Lars Hackl wurde am 06.06.1966 um 06.06 Uhr in der Quadratestadt Mannheim geboren. Weil seiner Mutter das Datum und die Uhrzeit zu nahe am Reich des Bösen schien, beschloss sie für sich, die Geburt ihres dunkeläugigen Neugeborenen um vier Minuten nach hinten zu schieben. Was ihr nur im Fotoalbum, nicht jedoch auf der Geburtsurkunde gelang. Das dicke Baby mit den braunen Kulleraugen begann bereits mit acht Monaten klar zu sprechen, um es dann wenige Monate später für ein ganzes Jahr vollständig zu unterlassen. Immer noch behauptet der seltsame Geschichtenerzähler widerspruchslos, dass diese temporäre Sprachlosigkeit Grundlage war, um heute sinnvoll aufeinander folgende Wörter zu Sätzen zu formen, die in Absätze gegossen immer wieder Seiten füllen und sich in Kapiteln schließlich fast von alleine zu einem Buch zusammenfügen.

Früh erkannten die schlauen Eltern das besondere literarische Talent ihres stummen Babys und beschlossen deshalb direkt nach der Geburt den Umzug in das romantische Heidelberg am lieblichen Neckartal, weil hier in allen Zeiten Dichterfürsten residierten und die Wortkunst hochgehalten wurde. Das nach dem Umzug von der temporären Stummheit genesene und nun dauernd plappernde Kind nahm die Bestimmung seines Sternzeichens als Zwilling wahr, begeisterte sich für alles, was er konnte, wofür er aber nie wirklich bestimmt war. Sportplätze der großen weiten Welt beglückte er mit gekonnter Anwesenheit, durchschritt Schulen und Universität mit lässiger Ernsthaftigkeit. Seinem jung geäußerten, scheinbar unüberlegten Berufswunsch Priester stand alsbald die Erkenntnis im Wege, dass  dem lieben Gott bei der menschlichen Produktion Unterschiede gelungen waren, die schlussendlich selbst ihm nicht verborgen blieben.

Um seine erste Liebe zu gewinnen, ihr zu imponieren und erstmals seiner wahren Bestimmung Rechnung zu tragen, schrieb er mit zarten 17 Lenzen der Beglückten ein Märchenbuch, das diese noch heute aus zweierlei Gründen in Ehren hält: Zum einen, weil ihre kleine Tochter von ihr immer wieder verlangte, die Geschichten auch zum wiederholten Male vorzulesen und zum anderen, weil in ihr die sichere Hoffnung ruht, dass dieses handgeschriebene Erstlingswerk einmal einen hohen Wert erzielen und ihre Beamtenpension nach oben sinnvoll abrunden wird. In der Zwischenzeit führt und coacht der gerade gewachsene Held Führungskräfte, Projekte, Firmen, Geschäftsführer und Vorstände. Er ist sich heute mit aller ihm innewohnenden Intensität und Leidenschaft darüber im Klaren, dass er ab nun nur noch einem dienen wird: Seiner geliebten und ihn glücklich machenden Schreiberei.

"Wir alle sind unserem Leben, unserem Glück und unseren Talenten verpflichtet."

(Unbekannter berühmter Schriftsteller, dunkelhaarig)